Nordwest-Indien in 10 Tagen: Amritsar, Chandigarh & Shimla – drei Welten, eine Reise
Zehn Tage. Drei Städte. Und das Gefühl, in vielen Welten zu sein.
Es ist früher Abend, das Wasserbecken glitzert wie flüssiges Edelmetall und du stehst barfuß auf dem weißen Marmor. Um dich herum beten die Menschen, die buttrig-milchige Luft wird von monotonen Gesängen durchdrungen und der Goldene Tempel scheint wie ein Schiff auf dem Amrit Sarovar zu schwimmen. Kaum 72 Stunden später sitzt du in einem lässigen Hipster-Café und staunst über den fast geräuschlos fließenden Verkehr in der Planstadt Chandigarh, der so gar nicht zum Stereotyp Indiens passen mag. Und wieder drei Tage danach schaust du aus dem Fenster eines very-british Fachwerk-Cottages auf eine strahlend weiße, gezackte Wand: Die Gipfel des Garhwal-Himalaya, die im Kalanag oder Swargarohini teils weit über 6.000 Meter hoch empor ragen und doch nur Zwerge auf dem riesigen Dach der Welt sind.
Indien ist extrem abwechslungsreich. Doch so viel Abwechslung auf so kleiner Fläche, so viele verschiedene Versionen des Landes innerhalb von nur 10 Tagen – das gibt es vielleicht nur auf dieser nicht einmal 350 Kilometer langen Reise im Nordwesten des Subkontinents.
Die Tour wirst du kaum als Teil eines klassischen Indien-Trips finden. Kein Taj Mahal, kein Rajasthan. Aber eben auch, keine überfüllten Touristenpfade. Stattdessen: Spiritualität in Amritsar, ikonische Architekturmoderne in Chandigarh und koloniale Bergromantik in Shimla. Und für alle, die anschließend das Postkarten-Indien erleben wollen – von Chandigarh nach Agra sind es "nur" 9 Stunden mit der Bahn oder dem Bus.
Auf einen Blick: Drei Städte, zehn Tage
| Stadt | Charakter | Highlights |
|---|---|---|
| Amritsar | Spirituell, historisch, sensorisch | Goldener Tempel, Jallianwala Bagh, Wagah-Border |
| Chandigarh | Modern, geplant, architektonisch | Capitol Complex (UNESCO), Rock Garden |
| Shimla | Kolonial, kühl, romantisch | Toy Train (UNESCO), Viceregal Lodge, Ridge |
- • Amritsar: Der Goldene Tempel und Silly Walks an der Wagah Border
- • Weiter nach Chandigarh: Standard, Semi Deluxe, Deluxe oder… VOLVO?
- • Chandigarh: Wo Indien aufhört, Indien zu sein
- • Weiter nach Shimla: Bus, Bahn und ein grummelnder Magen
- • Shimla: Wo Indien in den Wolken britisch wird
- • Weiter nach Delhi – und in den Rest Indiens
- • Praktische Infos & häufig gestellte Fragen
Amritsar: Der Goldene Tempel und Silly Walks an der Wagah Border
Aus Richtung Neu-Delhi kam ich pünktlich zum Höhepunkt des Holi-Fests in Amritsar an. Holi in Indien – holy shit – wie geil! Ich sah mich schon in einer wogenden, extatisch tanzenden Menschenmenge buntes Pulver in den Himmel werfen. Pustekuchen! In der Hauptstadt der Sikhs wird das hinduistische Farbenfest nur sehr verhalten gefeiert. Für die wenigen, die mit Farbpulver bewaffnet durch die Straßen zogen, war ich als offensichtlicher Tourist jedoch Attrkation und gefundenes Fressen: Unzählige Salven bunten Pulvers regneten von Dächern und aus Fenstern auf mich herab. Im Handumdrehen sah ich aus wie einem Werbeclip für ein Holi-Festival entstiegen. Hatte es sich also doch gelohnt. Bin eh nicht so der Tänzer ;)
Der Goldene Tempel
Frisch geduscht ging es dann kurz vor Sonnenuntergang zum Goldenen Tempel. Das Abendlicht ließ das Gold des Harmandir Sahib auf dem Wasser glitzern und eine ziemlich besondere Magie lag in der Luft. Der Spaziergang um das heilige Wasser, die Gläubigen bei ihrem rituellen Bad – eigentlich fühle ich mich so nah bei Menschen die religiöse Rituale verrichten fehl am Platze. Aber komischwerweise war das bei den Sikhs anders. Die Menschen geben einem überall und jederzeit das Gefühl, in ihrer Gemeinschaft willkommen zu sein.
Was ich von diesem Abend in besonderer Erinnerung behalten werde werde, ist die traditionelle Speisung, das Langar. Und das nicht, weil das Essen so besonders lecker war! Die Küche des Tempels versorgt täglich Zehntausende Menschen kostenlos – ganz gleich, wo man herkommt, wie viel Geld man hat oder was man glaubt. Umso schneller stieg mir die Schamesröte ins Gesicht, als man mir todernst sagte, ich solle mein Mahl doch nun endlich zahlen. Ich griff schon nach der Geldbörse, als ich das Grinsen im Gesicht des Freiwilligen sah. Peinlich, peinlich, witzig, witzig ...
Jallianwala Bagh – Geschichte, die man nicht vergisst
Ganz und gar nicht zum Lachen ist ein Besuch am Jallianwala Bagh, den du bei deinem Aufenthalt in Amritsar nicht verpassen solltest. Keinen Steinwurf vom Tempel entfernt, gedenkt das Mahnmal der Toten des Massakers von 1919. Ohne Vorwarnung feuerten britische Kolonialtruppen hier in eine friedliche Menschenmenge und töteten hunderte Menschen. Die Einschusslöcher in den Mauern sind noch heute zu sehen und lösen ein beklemmendes Gefühl aus. Für mich einer der eindringlichsten Momente der Reise – und ein brachialer Einstieg in das Thema des langen indischen Unabhängigkeitskampfes.
Die Wagah-Border-Zeremonie
Und wenn wir schon bei den Vor- und Nachwirkungen der leidvollen Kolonialgeschichte Indiens sind, bleibt noch die Wagah-Border-Zeremonie – die täglich abgehaltene Grenzschließung zwischen Indien und Pakistan, 30 Kilometer westlich Amritsars. Angefeuert von den Massen auf den Tribünen beiderseits der Demarkationslinie, treten die Wachsoldaten in einem durchchoreografiertem Spektakel wie aufgeplusterte Gockel gegeneinander an. Als wären sie Monty Pythons Ministry of Silly Walks entstiegen, rennen sie im Stechschritt aufeinander zu, schreien sich an, gestikulieren wild und holen ihre jeweiligen Fahnen ein, bevor schlussendlich das eiserne Tor zwischen den verfeindeten Bruderstaaten schwungvoll bis zum nächsten Morgen zugeschleudert wird. Abmarsch und bis morgen! An Skurrilität kaum zu überbieten, ist das Schauspiel einen Ausflug wert und ein leicht verstörender Abschluss für einen Aufenthalt im an weiteren Sehenswürdigkeiten armen Amritsar.
Weiter nach Chandigarh: Standard, Semi Deluxe, Deluxe oder… VOLVO?
Nach Amritsar brauchst du vielleicht einen Moment, um alles zu sortieren. Den Goldenen Tempel, die gewaltsame Geschichte, die Zeremonie. Gut, dass du auf der Weiterfahrt nach Chandigarh Zeit dazu hast. Bevor es losgeht, gilt es aber noch, eine ernste Entscheidung zu treffen! Denn es gibt nicht einfach den Bus in die gut 200 Kilometer entfernte Stadt. Es gibt Standard, Semi Deluxe, Deluxe und als höchstes der Gefühle: VOLVO. Wir haben uns für Deluxe entschieden und sind damit gut gefahren – klimatisiert, ziemlich pünktlich, ohne besondere Vorkommnisse. Ob VOLVO das Leben nochmal auf eine neue Stufe gehoben hätte, bleibt ein ungelöstes Rätsel. Die rund drei Stunden Fahrt vergehen auf dem gut ausgebauten Highway ohnehin schnell, und der Kontrast zum Auftakt der Tour könnte kaum größer sein: Aus dem sensorischen Dauerfeuer Amritsars direkt in die geometrische Ordnung Chandigarhs.
Chandigarh: Wo Indien aufhört, Indien zu sein
Nach Amritsar wirkt Chandigarh tatsächlich fast wie eine andere Galaxie. Breite Boulevards, saubere Viertel, Autos, die an roten Ampeln halten. Die Stadt wurde nach der Teilung Indiens und des Punjab 1947 buchstäblich aus dem Nichts geplant. Denn die Hauptstadt der Provinz lag mit Lahore nun plötzlich in Pakistan. Der schweizer Stararchitekt Le Corbusier verwirklichte hier am Fuß der Vorberge des Himalaya mit seinem Team die Vision einer modernen, nach Funktionen gegliederten Stadt. Mit einem teils faszinierenden, teils befremdlichen Resultat.
Denn die Architektur folgt hier nicht immer dem Leitsatz "Form follows function". Die schachtelartigen Wohnhäuser aus Sichtbeton oder Backstein sind weitgehend am heißen Klima der Region vorbeigeplant. Bauliche Elemente wie perforierte Gitter sollen zwar für Abkühlung sorgen, aber die ungedämmten Materialien und der wenige Schatten in den offenen Straßen lassen die Temperaturen in massiv ansteigen und die Gebäuden zu Glutöfen werden. Und da darüber hinaus viele Pläne Le Corbusiers, etwa der Gouverneurspalast, das Wissensmuseum oder auflockernde Landschaftselemente nicht umgesetzt wurden, bietet sich heute ein gleichzeitig unfertiges, wie im langsamen Verfall befindliches Szenario: Riesige Freiflächen und durch das tropische Klima angegriffenen Fassaden verleihen dem Regierungsviertel fast die Wirkung eines Lost Places. Nicht umsonst wird Chandigarh auch als Ort "wunderschönen Scheiterns" bezeichnet. Eine wie ich finde recht treffende Beschreibung. Nichtsdestoweniger haben mich die Gebäude des "Complexe du Capitole" absolut beeindruckt und sind für mich absolut zu recht auf der Liste des UNESCO-Welterbes zu finden. Aber der Eindruck, dass hier zwar die Bedürfnisse der Menschen bedacht wurden aber nicht ausreichend durchdacht, der bleibt.
Der Film "Kraft der Utopie" zeigt auf Streifzügen mit Einheimischen auf eine sehr schöne Weise das Leben der Menschen an diesem Ort. Einen Ort, den sie lieben, mit dem sie aber auch hadern.
Hinweis: Das Gelände des Capitol Complex kann seit einigen Jahren nur noch im Zuge geführter Touren betreten werden. Mehr dazu in den FAQ.
Nek Chands Rock Garden
Nek Chands Rock Garden ist das zweite Gesicht Chandigarhs – und ein wunderschöner Kontrast zu Corbusiers strengen Formen. Die verschlungenen Parcours durch recycelten Müll und Industrieabfälle wurden als illegales Bauprojekt jahrelang ignoriert und drohten später abgerissen zu werden, bevor der Garten zum Touristenmagneten wurde. Ein Geheimtipp ist er heute nicht mehr – aber einen Besuch ist er allemal wert.
Ausklingen lassen kann man einen runden Tag in einem der vielen Cafés oder Lokale der Stadt, die eine große Vielfalt für jeden Geschmack bieten. Meine Wahl fiel auf typische Punjabi-Küche – was sich zumindest in diesem Fall als ziemlich ungünstig erwies. Denn mein persönliches Chandigarh-Souvenir war ein ziemlich unruhiger Magen. Keine gute Sache für das, was ich am kommenden Tag vorhatte.
Weiter nach Shimla: Bus, Bahn und ein unzuverlässiger Magen
Mit flauem Magen ging es wiederum per Bus über den Himalayan Expressway ins nahegelegene Kalka, dem Ausgangspunkt des legendären Toy Trains. Die knapp 96 Kilometer lange Strecke wurde 1903 erbaut, um den allsommerlichen Umzug der Kolonialverwaltung vom sengend heißen Delhi ins kühle Shimla zu erleichtern. Was die hitzegeplagten Kolonialbeamten entlasten sollte, ist heute vor allem eines: eine der schönsten Bahnfahrten Asiens und ebenfalls Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.
Die Landschaft wird mit jeder Kurve schöner, und mein Platz auf dem Fußboden der Holzklasse an der offenen Wagentür bot mir einen unverstellten Blick in die Landschaft – einer dieser häufigen, besonderen Momente, in denen man zu schätzen weiß, wie schön es ist, individuell zu reisen. Nur dass ein leicht lädiertes Verdauungssystem und fünf (!) Stunden Schmalspurbahn im ruckelnden Waggon keine ideale Kombination sind. Vor allem, wenn man weiß, wie die Toiletten der einfachen indischen Wagenklasse aussehen…
Shimla: Wo Indien in den Wolken britisch wird
Endlich auf 2.076 Metern am kleinen Bahnhof von Shimla angekommen, wartet eine Stadt, die sich nicht ganz entscheiden kann, was sie ist – und genau darin liegt ihr Reiz. Die Mall Road, der kleine koloniale Boulevard, die prächtige Viceregal Lodge mit ihrer neugotischen Fassade oder das Fachwerk-Rathaus könnten auch irgendwo im Peak District oder in den schottischen Highlands stehen. Darunter, in der Unterstadt, dagegen geht es lauter, enger, indischer – und damit auch die Geschichte Shimlas präsenter: Denn Inder durften die Mall zu Kolonialzeiten nur in Ausnahmefällen betreten. Diese Mischung aus dem teils abblätternden Glanz des Empire und dem Nachhall rassistischer Ausgrenzung macht Shimla zu einem spannenden Ort für alle Reisenden, die sich für dieses dunkle Kapitel europäischer Geschichte interessieren. Aber nicht nur für die!
Das Gaiety Theatre und die Ehrenloge
Eines der vielen baulichen Zeugnisse der britischen Ära ist das Gaiety Theatre von 1887. Um es von innen zu erleben, habe ich mir eine komplette Inszenierung auf Hindi "angetan". Über den Inhalt des Stücks kann ich – Überraschung – wenig berichten. Dafür umso mehr über die Gastfreundschaft der Veranstalter, die so begeistert vom Besuch des Westlers waren, dass ich sofort in der Ehrenloge platziert und vom Redner begrüßt wurde. Ehre, wem Ehre gebührt ;)
Ridge, Himalaya und schwere Bettdecken
Auf der Ridge, dem zentralen Plateau der Stadt, gibt es an klaren Tagen etwas ziemlich Besonderes zu sehen: die lange Kette des Kinnaur-Kailash-Massivs, der Dhauladhar-Kette oder des Bandarpunch im Greater Himalaya. Ich hatte im März dieses Glück und wurde durch den Anblick des vielen Schnees daran erinnert, dass es auch in Indien ganz schön frisch werden kann. Es hatte schon seinen Grund, dass die Unterkunft dicke Daunendecken bereitgelegt hatte. Mit einer guten, heißen Suppe und tibetischen Momos gefüllt, hatte sich mein Magen auch schon wieder beruhigt und ich konnte wunderbar schlafen.
Wenn du am nächsten Tag noch etwas wandern möchtest, sei dir die Wanderung zum Jakhu-Tempel, dem Hanuman-Heiligtum, hoch über der Stadt ans Herz gelegt. Aber Vorsicht: Die Affen legen ein ausgeprägtes Interesse an Brillen und ungesicherten Taschen an den Tag. Zumindest dann, wenn sie nicht gerade die Klettergerüste und Rutschen des Kinderspielplatzes neben dem Tempel in Beschlag nehmen. Vom Tempel auf dem Jakhu Hill hast du zweieinhalb Kilometer von der Ridge entfernt auf 2.455 Metern Höhe einen tollen 360°-Blick auf die umliegenden Berge und Täler. Am spektakulärsten ist die Aussicht auf Sonnenauf- oder -untergang.
Zur Belohnung noch einen aromatischen Chai? Dann ist das Indian Coffee House in der Mall die richtige Wahl und eine echte Institution mit Patina. Kein aufgedonnertes Touristenlokal – sondern ein Ort, an dem die Kellner dir und den Einheimischen in ihren weißen Uniformen Snacks und Getränke zum kleinen Preis kredenzen.
So neigen sich 10 Tage im touristisch noch recht wenig beachteten Nordwesten Indiens auch schon ihrem Ende entgegen. 10 Tage, in denen der Subkontinent gezeigt hat, was er neben den bekannten Highlights noch alles zu bieten hat. Mal laut, mal leise. Mal bunt, mal betongrau. Aber immer faszinierend!
Weiter nach Delhi – und in den Rest Indiens
Und wenn du nach Shimla noch weiter möchtest – und das solltest du – nimm am besten wieder den Deluxe-Bus. Diesmal Richtung Delhi oder gleich nach Agra, zum Taj Mahal, dem Herzen des klassischen Indien-Tourismus. All das, was wir auf dieser Nordwest-Route bis hierhin ausgeklammert haben. Und genau das ist das Schöne: Amritsar, Chandigarh und Shimla können der Auftakt sein – oder eine Alternative. Für alle, die Indien schon kennen und sich fragen, was noch kommt. Oder für alle, die es zum ersten Mal erleben und verstehen wollen, dass dieses Land mehr ist als das, was sie von Werbeplakaten kennen.
Praktische Infos für die Route – häufig gestellte Fragen
Anreise & Reisezeit
Was ist die beste Reisezeit für diese Route in Nordwest-Indien?
Oktober bis März. Im Sommer ist es in Amritsar und Chandigarh brütend heiß, in Shimla angenehmer –
aber die Zuverlässigkeit des Toy Trains schwankt in der Monsunzeit stark.
Wie reise ich am besten an?
Amritsar hat einen internationalen Flughafen (ATQ) mit Verbindungen über Dubai, Doha und weitere Hubs.
Alternativ: über Delhi einreisen und mit Inlandsflug, Zug oder Bus nach Amritsar weiter.
Busse im Punjab
Welche Busse verkehren im Punjab und welche Klasse soll ich wählen?
Die Punjab-Staatsbusse (PRTC/PUNBUS) sind günstig und zuverlässig. Deluxe-Klasse ist die richtige Wahl für diese Strecken – klimatisiert und komfortabel.
Toy Train: Buchung, Kosten & Wissenswertes
Wie buche ich Tickets für den Toy Train von Kalka nach Shimla?
Tickets können über die indische Bahn-Website (IRCTC) gebucht werden.
Was kostet der Toy Train und muss man reservieren?
Die Preise variieren je nach Klasse: Himalayan Queen ca. 260–500 INR, Shivalik Deluxe Express ca. 800 INR (inkl. Mahlzeit).
Reservierung ist unbedingt notwendig – die Züge sind oft Wochen im Voraus ausgebucht, besonders in der Hauptsaison (Mai–Juni und Dezember).
Wie viele Brücken und Tunnel gibt es auf der Strecke?
Die Fahrt ist ein technisches Meisterwerk: Der Zug passiert 103 Tunnel (der längste bei Barog) und über 800 Brücken und Viadukte.
Welche Züge gehören außerdem zum Welterbe „Gebirgseisenbahnen in Indien"?
Neben der Kalka-Shimla Railway sind dies die Darjeeling Himalayan Railway (Westbengalen) und die Nilgiri Mountain Railway (Tamil Nadu).
Hintergründe zu Chandigarh
Wie kann ich den Capitol Complex besichtigen?
Das Kernareal gilt als Hochsicherheitszone und kann nur im Rahmen geführter Touren betreten werden.
Eine Tour dauert ca. 90 Minuten (Wochentags) bzw. 45–60 Minuten (Wochenende). Innenbesichtigungen sind nur von Montag bis Freitag möglich.
Anmeldung im Capital Complex Tourist Center (Sektor 1) oder online. Touren täglich (außer Feiertagen) um 10:00, 12:00 und 15:00 Uhr.
Was ist das Besondere am Bundesterritorium Chandigarh?
Da sowohl Punjab als auch Haryana nach der Teilung und der späteren Aufteilung des Bundesstaates Chandigarh als Hauptstadt beanspruchten,
wurde die Stadt zum Union Territory erklärt und der Regierung in Neu-Delhi unterstellt. Sie dient seither als gemeinsame Hauptstadt beider Staaten.
Was hat es mit den Sektoren Chandigarhs auf sich?
Le Corbusier entwarf die Stadt nach dem Vorbild eines menschlichen Körpers. Das „Haupt" ist der Capitol Complex, das „Herz" das Stadtzentrum (Sektor 17).
Die Sektoren sind ca. 800 × 1.200 Meter groß und autark konzipiert. Kurios: Es gibt keinen Sektor 13 – Le Corbusier war abergläubisch.
Wer war Nek Chand?
Ein Regierungsangestellter, der heimlich in seiner Freizeit aus Industrie- und Haushaltsabfällen sowie Steinen den berühmten Rock Garden erschuf.
Heute ist er ein riesiger Skulpturenpark und eines der meistbesuchten Ziele der Stadt.
Welche Bauten gehören zum Welterbe „Das architektonische Werk von Le Corbusier"?
Eine transnationale Stätte mit 17 Objekten in sieben Ländern, darunter die Weißenhofsiedlung Stuttgart, die Villa Le Lac am Genfer See,
die Unité d'Habitation in Marseille, das Kloster La Tourette sowie das Nationalmuseum für westliche Kunst in Tokio.
Shimla
Welche Funktion hatte die Viceregal Lodge?
Sie war die Sommerresidenz des britischen Vizekönigs – von hier aus wurde das Empire in Indien während der heißen Monate regiert.
Heute beherbergt das Gebäude das Indian Institute of Advanced Study.
Welche Abkommen wurden in Shimla geschlossen?
Die Simla Convention (1914) legte die Grenze zwischen Indien und Tibet (McMahon-Linie) fest.
Das Simla Agreement (1972) war ein Friedensvertrag zwischen Indien und Pakistan nach dem Bangladesch-Krieg.
Wieso bekommt man in Shimla so häufig tibetisches Essen?
Nach dem tibetischen Aufstand 1959 flohen viele Tibeter nach Indien. Da die Exilregierung in der Nähe (Dharamshala) sitzt,
siedelten sich auch in Shimla viele Flüchtlinge an – Momos und Thukpa sind heute Standard in der lokalen Gastronomie.
Sikhismus & Goldener Tempel
Was sind die Kernelemente des Sikhismus?
Glaube an einen Gott (Ik Onkar), Gleichheit aller Menschen unabhängig von Kaste, Geschlecht oder Religion,
uneigennütziger Dienst an der Gemeinschaft (Seva) und das Teilen von Mahlzeiten (Langar) sowie ein rechtschaffenes, ehrliches Leben.
Wann wurde der Goldene Tempel (Harmandir Sahib) erbaut?
Der Grundstein wurde 1588 gelegt – durch einen muslimischen Heiligen, was die Offenheit der Sikhs symbolisiert.
Die Fertigstellung der Struktur erfolgte 1604. Die berühmte Goldbeschichtung wurde erst im frühen 19. Jahrhundert unter Maharaja Ranjit Singh hinzugefügt.
Wagah-Border-Ceremony
Seit wann gibt es die Wagah-Border-Ceremony?
Die tägliche Zeremonie zur Schließung der Grenze zwischen Indien und Pakistan wird seit 1959 durchgeführt.
Es ist ein hoch choreografiertes Spektakel aus patriotischem Stolz und militärischem Drill.
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